Tiersoziologie: Moral Agency oder Bedeutung und Wert
Der tote Winkel in der Tierrechtsbewegung ist ein reduktiver tiersoziologischer Begriff. „Bedeutung als Wert“ wird im kommunikativen sozialen Verhalten nicht jenseits biologistischer Entkernung benannt und eigene Denkfehler hinsichtlich nichtmenschlicher Tiere können nicht dechiffriert werden. Das Verständnis von Sentience, als Eckpfeiler auf dessen Grundlage man von Menschenrechten abgeleitete Rechte erteilen will, begnügt sich mit einer Sentience, die der Komplexität im nicht-anthropogenen Bereich nicht mehr gerecht wird.
Der tote Winkel in der Tierrechtsbewegung liegt einer Negation oder einem Nicht-Andenken tiersoziologischer Dimensionalitäten, bei dem nichtmenschliche Tiere primär als biologisch empfindungsfähige Individuen gefasst werden. Bedeutung als sozialer und kommunikativer Wert bleibt dabei, nach jeder Art und Weise der biologistischen Entkernung, unbenennbar.
Das verbreitete Verständnis von Sentience – als neuronale Empfindungsfähigkeit und minimalem moralischen Marker – operiert innerhalb eines Weltbildes, das Denken in einer prädeterministischen Weise lokalisiert, Fühlen reduziert begreift und Geist exklusiv menschlich konnotiert und normiert. Eine solche Sentience bleibt weltlos: Sie erfasst weder die relationale Konstitution von Erfahrung noch die geiststiftende Qualität nichtmenschlicher Sozialität.
Indem Denken als konzyklisch diskursiv-rationales Format reserviert und Fühlen auf affektive, arbiträr bewertbare Reaktion verkürzt eingehegt wird, entsteht eine epistemische Hierarchie, die Tiere ontologisch unterordnet, selbst dort, wo man ihnen „moralische Berücksichtigung“ zugesteht. […]
Vor diesem Hintergrund lassen sich Tom Regans Überlegungen als paradigmatisch für diese Form eines kognitiven Ableismus lesen. Die Definition von moral agency wird bei Regan nicht aus gelebter Verantwortung und Bezugnahme, emotiver Beziehung oder sozialer Praxis abgeleitet, sondern als normativer Grenzbegriff gesetzt.
Moralische Relevanz wird dadurch über einen anthropozentrischen Maßstab definiert, der bereits im Vorab entscheidet, wer als moral agent zählt und wer lediglich als moral patient. Reduktionen, die wir beim Verständnis von Sentience kritisiert haben [i.], finden hier eine institutionalisierte Form: Leben wird anerkannt, aber entsoziologisiert; Tiere zählen, aber nicht in ihrer relationalen und sozialen [in bedeutender Weise bezugnehmenden und in Bezug setzenden] Wirklichkeit. Moral, auf Ebene der Wirksamkeit ihrer Idee, wird nicht aus situativem Handeln und responsiver Rücksicht genommen, sondern als steriler, statischer Status vermittelt. Verantwortung wird an enge arbiträr gesetzte kognitive Kriterien gebunden, nicht an lebendige, gelebte Bezugnahme.
Damit zeigt sich: Was im allgemeinen Tierrechtsdiskurs als „minimalistische Sentience“ operiert, wird in Regans Rights View zu einem formalisierten, hierarchischen System, das kognitiven Ableismus sowohl gegen Menschen als auch gegen Tiere reproduziert. Moral ist hier nicht gelebtes Geschehen, sondern normierter Status; Leben wird anerkannt, aber abstrahiert; soziale Kompetenz und relationale Sensibilität werden ausgeblendet. Regans Theorie illustriert exemplarisch, wie der tote Winkel der Tierrechtsbewegung in konkrete Begriffssetzungen übersetzt wird, die Tiere ontologisch und epistemisch marginalisieren, selbst wenn sie formal moralischen Schutz und eine einstellungstechnische Aufwertung erhalten.
Kognitiver Ableismus und paternalistische Begriffssetzung bei Tom Regan: Die Sperrigkeit des ‚Subjekts-of-a-Life‘ im Rights View. Ein tiersoziologischer Einwand.
Tom Regans Tierrechtstheorie beruht auf einer vorab gesetzten Definition von moral agency, die nicht aus dem realen moralischen Geschehen abgeleitet ist, sondern als normativer Grenzbegriff fungiert. Moral agency wird bei Regan an spezifische kognitive Kriterien gebunden, die sich in festen Rahmenwerken bewegen – abstrakte Selbstreflexion, Regelverständnis, Rechtfertigungsfähigkeit –, die nicht notwendig für moralische Bezugnahme sind, sondern eine theoretische Präferenz darstellen.
Diese Festlegung ist arbiträr, weil sie weder logisch zwingend noch phänomenologisch begründet ist. Sie setzt einen Begriff über das gelebte Leben, statt ihn aus Beziehung, Responsivität und sozialer Praxis zu entwickeln. Moral wird dadurch nicht beschrieben, sondern verordnet zur Bildung lebenshierarchische Konstrukte.
Der aus einer Zuweisung von Moral Agency resultierende kognitive Ableismus wirkt doppelt:
1. Gegenüber Menschen
Kognitiv neurodiverse Menschen (oder/und Menschen, die als kognitiv ‚beeinträchtigt‘ klassifiziert/diagnostiziert werden) und Babys werden explizit aus einem aktiven Bereich der moral agency ausgeschlossen und als moral patients klassifiziert. Ihr moralischer Status ergibt sich nicht aus ihrer gelebten Bezugnahme, sondern aus einer externen Schutzlogik. Anerkennung wird durch Verwaltung ersetzt: Bedingter, relativer, paternalistischer Schutz ja, Teilhabe, Eigengestaltung, Partizipation nein.
2. Gegenüber Tieren (speziesistisch)
Ein kognitiver Maßstab ist von vornherein menschlich kodiert und für Tiere strukturell unerreichbar, was deren Autonomie moralisch, sozial-reflexiv unsichtbar macht. Ihr Ausschluss erscheint dadurch sachlich begründet, ist aber begrifflich bereits entschieden. Der Vergleich zwischen Menschen und Tieren dient nicht der Öffnung von Moral, sondern der Stabilisierung einer (hegemonial-) anthropozentrischen Norm.
Regan überwindet Speziesismus somit nicht, sondern übersetzt ihn in einen dem Kognitiven attribuierten Code. Moralische Relevanz wird an eine bestimmte Form des Verständnisses über Denken und wie es zu kartographieren ist gebunden, während relationale Sensibilität, situative Rücksicht und verkörperte Verantwortung systematisch entwertet zu werden scheinen.
Der zentrale Vorwurf lautet daher: Regan entdeckt keine moralische Grenze – er setzt sie. Und diese Setzung reproduziert Ableismus: bei Menschen als Defizitlogik, bei Tieren als speziesistischen Ausschluss.
—
Bei Tom Regan nimmt der Begriff des Lebens eine eigentümlich paradoxe Funktion ein. Einerseits wird Leben ausdrücklich anerkannt: Tiere leben, sie haben ein Erleben, Interessen und eine biografische Einheit; in diesem Sinne gelten sie bei Regan als subjects-of-a-life. Dieses Zugeständnis wirkt zunächst radikal, weil es Tiere aus der bloßen Objektstellung herauslöst. Zugleich aber bleibt dieser Lebensbegriff auffällig leer. Leben fungiert weniger als gelebte Praxis denn als normativer Trägerstatus. Das, was Leben konkret ausmacht – soziale Kompetenz, Bezugnahme, Responsivität, Sensibilität gegenüber anderen – wird von Regan nicht als moralisch relevant anerkannt. [Stichwort: Definition Sentience und Neurodivergenz]
Der Lebensbegriff ist zwar und muss selbstautorativ oder eigenautorativ [sich selbst autorisierend > Leben als erlebter Fakt, als erlebte Tatsache, Leben als leben > leben als Handlung] sein, eine paternalistische moralische Schutzwürdigkeit wird aber angedacht als Lösung, ohne dass die inhaltlichen Dimensionen dieses Aspekts erschlossen wird.
Das Leben als solches zählt, aber nur in einer begrenzten, abstrakten Form. Alles, was auf relationale Moral [Tiersoziologie, Wert] verweist, wird systematisch ausgeblendet.
Tiere, denen eine Art des baren Lebens (ein Zoe) zugesprochen wird und andererseits ebenso Menschen, die als „kognitiv beeinträchtigt“ gelten, wird ein verminderter Status moralischer Fähigkeit zugeordnet. Diese „Lebensstatusse“ werden aus dem Bereich moralischer Handlungskompetenz ausgeschlossen. Sie erscheinen in einem Abhängigkeitsverhältnis als Träger von Sinn und Wert, der Entzug eines Statuses als Träger moralischer Praxis versagt ihnen ihr selbstautoratives Erscheinen.
Diese Spannung folgt aus Regans Definition von moral agency: Moral agency ist bei Regan nicht das Ergebnis skalierbarer gelebter Verantwortung [Verantwortungsnetz], sondern eine vorab festgelegte Kategorie, die an bestimmte eng gefasste mutmaßliche und ausschließliche kognitive Voraussetzungen gebunden ist. Diese Definition ist entscheidender als die Logik des Lebens selbst. Leben wird anerkannt, aber normativ beschränkt, damit es die festgezogene Grenze zwischen moral agent und moral patient nicht infrage stellt.
Moral agency wird dabei implizit mit anthropozentrischen Denkungsarten über Verantwortungsübernahme (feste Begriffe, „reflektiert“, „begründungsfähig“) gleichgesetzt – eine Vorstellung, die paternalistische Züge trägt, weil sie andere Formen von Verantwortung (etwa in Rücksicht, Bezugnahme und situativer Sensibilität) nicht als moralisch relevant gelten lässt.
Das Paradox besteht somit darin, dass Leben bei Regan zugleich aufgewertet und entmachtet wird.
Es legitimiert moralischen Schutz, darf aber keine eigene moralische Dynamik entfalten. Der Begriff des Lebens [ein Subjekt of a Life, ohne soziale Bezugnahme und Denkvermögen] wird dem realen moralischen Geschehen übergeordnet; es wird entschieden wo Moral beginnt und endet, statt sich die Dinge aus Beziehung und Praxis entwickeln zu lassen. In diesem Sinne erscheint die Begriffssetzung selbst als Autoritär im Denken – nicht als Beschreibung dessen, was moralisch geschieht, sondern als Grenzziehung, die moralisches Erscheinen und bezugnehmende und bezugsetzende Relevanz ordnet und begrenzt.
—
In dieser Konzeption wird Moral zu einem anthropogenen Herrschaftsbegriff. Sie entsteht nicht aus dem gemeinsamen Lebenszusammenhang, sondern aus einer menschlichen Selbstdefinition heraus, die sich selbst zum Maßstab des „Moralischen“ [als Imperativbegriff] erhebt.
Indem moral agency an bestimmte spezifisch menschliche kognitive Fähigkeiten gebunden wird, wird Moral kategorisch anthropomorphisiert und definitiv nicht als Teil des Oikos verstanden > also des geteilten Lebensraums, der Beziehungen, Abhängigkeiten und Ko-Existenz [wir sprachen hier von einer sogenannten Rainbow Sentience > https://tierrechtsethik.de/rainbow-sentience/, 13.02.26] –, sondern als exklusive menschliche Ressource. Das Moralische [als Fähigkeit von Wertsetzung, Sinnsetzung] wird vom Leben abgelöst und über es gestellt. Tiere sind hier somit weiterhin nichtdenkend.
Animal Sapiens Antispe!
Rückt man den Oikos aber in die Mitte, zeigt sich die Unlogik solch eines Moralbegriffs. Moral ist dann nicht primär eine Frage abstrakter Verantwortungsübernahme, sondern eine Frage von Eingebundensein, Bezugnahme und Verletzlichkeit.
Verantwortung entsteht nicht erst durch reflexive, vor allem aber durch einen menschlichen Kanon verifizierte Selbstzuschreibung, sondern bereits dort, wo Lebewesen aufeinander reagieren, Rücksicht nehmen, Nähe regulieren und beispielsweise Schäden vermeiden. Eine Moral, die diese Dimensionen ausklammert, verfehlt ihr eigenes Bezugsfeld.
Der anthropogene Moralbegriff wird so zur Falle menschlicher Hybris. Er setzt den Menschen nicht nur faktisch, sondern begrifflich außerhalb des sentient Oikos. Moral erscheint als etwas, das der Mensch besitzt und verteilt, nicht als etwas, das ihn selbst bindet.
Diese Externalisierung stabilisiert einen impliziten menschlichen Exzeptionalismus: Der Mensch gilt als einziger Träger eigentlicher Moral, während alle anderen Lebewesen lediglich als Adressaten moralischer Verwaltung auftreten.
Gerade darin zeigt sich die Herrschaftsfunktion dieses Moralbegriffs. Er ordnet das Lebendige entlang einer kognitiven Hierarchie, die ihre eigene Perspektive naturalisiert und sich selbst als vernünftig ausgibt. Was als moralische Grenze erscheint, ist in Wirklichkeit eine Selbstabsicherung menschlicher Dominanz. Moral verliert so ihren orientierenden Charakter und wird zu einem Instrument der Abgrenzung – nicht gegen Gewalt, sondern zur Stabilisierung eines Weltbildes, das den Menschen über den (selbstautorativen) Oikos erhebt, statt ihn in ihm zu verorten.
—
Der entscheidende Bruch liegt darin, dass Regan zwar den Wert des subject-of-a-life ausdrücklich von menschlicher Fehlbewertung lösen will und diesen Wert als Eigenwert der Tiere behauptet, zugleich aber das tierliche Sein und Agieren systematisch entsoziologisiert. Tiere werden als wertvoll anerkannt, jedoch nicht als soziale Akteure. Ihr Leben zählt, aber nicht in seiner relationalen, gemeinschaftlichen und responsiven Dimension [Stichwort: Wertfrage, Wertlokalisierung]. Dadurch wird nicht nur ihr Handeln, sondern ihre spezifische Form von Sapiens – ihre Weise, Welt zu erkennen, zu beantworten und mitzugestalten – begrifflich außer Kraft gesetzt.
Diese Entsoziologisierung wirkt wie eine stille in-Abrede-Stellung. Tiere erscheinen nicht mehr als Wesen mit eigenen sozialen Ordnungen und Ideen, eigenen, tierlichen normativen oder tierkulturstiftenden Praktiken und eigenen Sprachen und dabei Formen situativer Rücksichtnahme, sondern als isolierte Träger eines abstrakten Lebenswerts.
Was verloren geht, ist nicht bloß eine Zusatzdimension, sondern die Anerkennung tierlicher Weltbezüge als bedeutungsvoll aus menschlich-anerkennender Sicht. Der Eigenwert wird hier paradoxerweise erkauft durch die Preisgabe tierlicher Agency im sozialen Sinne.
Damit reproduziert Regans Ansatz genau das, was er überwinden will: Zwar werden Tiere vor menschlicher Abwertung geschützt, doch nur um den Preis, dass ihre eigenständige Form von Erkenntnis, Beziehung und Handlung – ihr eigenes gelebtes Sapient-Sein – nicht als epistemisch oder moralisch relevant gelten darf.
Die Abrede über tierliche Sozialität stabilisiert letztlich eine menschliche Definitionsmacht, die festlegt, was als sinnvolles Handeln zählt und was nicht. Der Eigenwert bleibt bestehen, aber er steht in einem begrifflichen Vakuum, das Tiere erneut auf eine passive Rolle festlegt – diesmal nicht als Dinge, sondern als entsozialisierte Lebensträger.
—
Diskussionspunkte:
1. Das Paradox: Leben wird anerkannt – aber entleert
Regan erkennt Leben an, und zwar ausdrücklich:
Tiere leben, haben Interessen, ein Erleben, eine biografische Einheit – daher sind sie subjects-of-a-life.
Aber:
Dieses Leben ist bei ihm normativ amputiert.
Denn alles, was Leben konkret macht –
Bezugnahme, soziale Kompetenz, Responsivität, Sensibilität –
wird nicht als selbstautorativ bezugsetzend moralisch relevant zugelassen.
Das Leben zählt als Träger, nicht als Praxis.
Der Begriff „Leben“ ist damit:
Nicht selbstautorativ (er legitimiert keine vollumfänglichen realen eigenen Rechte, die das eigene Sein repräsentieren),
sondern wird so entkernt und inhaltsarm – er trägt keine moralische, sozial-bezügliche Dynamik).
2. Warum trifft Regan solche Zuordnungen
Der Grund liegt nicht im Tier, sondern im Modell von Moral, das Regan verteidigen will.
Regan möchte vermutlich:
– eine rechtsbasierte Moraltheorie, die sich auf bestimmte als normativ betrachtete und soweit kanonisierte Rechtsbegriffe begründet,
– die stabil, nicht-kontrovers, allgemein und konfliktarm ist,
– die nicht von Beziehungen, Nähe, Abhängigkeit oder Kontext abhängt. Die damit gerade das Subjekt leugnet
Dafür arbeitet er mit:
– klar erscheinenden Statuskategorien (moral agents / moral patients),
– einem festen, ausschließlichen und hierarchisierenden Begriff von Verantwortung als moralische Agency,
– und mit Moral als Zuschreibung, nicht als Geschehen.
Würde er Leben als relationale, soziale Praxis ernst nehmen,
würde Moral:
situativ,
verletzlich,
nicht vollständig kontrollierbar.
Das wäre mit seinem rechtsliberalen Ansatz anscheinend unvereinbar.
3. Moral agency als Verantwortungsübernahme – und der Paternalismus
Bei Regan ist moral agency faktisch gleichgesetzt mit Verantwortungsübernahme – verstanden als als inerhalb eines bestimmten Bezugsrahmens „reflektierte“, „begründungsfähige“ Verantwortung.
Das Problem:
Diese Form von Verantwortung ist
abstrakt,
retrospektiv,
institutionell denkbar.
Sie blendet aus, dass es auch eine immanente Verantwortung gibt:
Rücksicht im Handeln,
Responsivität im Kontakt,
Sensibilität im Miteinander.
Indem Regan diese Formen nicht anerkennt, entsteht Paternalismus:
Schutz wird gewährt,
aber moralische Kompetenz abgesprochen.
4. Die harten Schnitte: warum sie unvermeidlich sind
Regan zieht harte Schnitte, weil sein System sie erzwingt.
Ohne diese Schnitte:
wäre Moral nicht exklusiv menschlich,
wäre Verantwortung nicht kognitiv normiert,
wären Tiere nicht nur schutzwürdig, sondern moralisch teilnehmend.
Das würde:
die Trennung von agent und patient unterlaufen
die Autorität des Begriffs zerstören,
Moral als lebendige Praxis sichtbar machen.
Darum muss Regan:
soziale Kompetenz aus dem Moralischen ausschließen,
Leben auf Trägerschaft reduzieren,
Moral agency strikt definieren.
5. „Autorität im Denken“ – der Kern
Hier wird ein Begriff über das reelle Geschehen angesetzt und drückt so Autorität im Denken aus.
– Der Begriff entscheidet, nicht das gelebte Leben.
– Das reale moralische Geschehen – Beziehung, Rücksicht, Mit-Sein – wird dem Begriff untergeordnet, nicht umgekehrt.
6. Der innere Konflikt der in dieser Logik erscheint
Warum spricht Regan dem Leben diese paradoxe Funktion zu?
Weil er:
Tiere retten will, ohne Moral zu öffnen;
Leben anerkennt, ohne es ernst zu nehmen;
Inklusion betreibt, ohne Autoritätsverlust des Begriffs zu riskieren.
Das Paradox ist kein Versehen.
Es ist der Preis, den Regan zahlt, um seine Moraltheorie stabil zu halten.
—
[i.] Siehe Fragment > Equal Consideration for Animals (1), https://tierrechtsethik.de/equal-consideration-for-animals-1/, 13.02.26.
—
Literatur
Regan, Tom:
The Case for Animal Rights. 2. Aufl. Berkeley / Los Angeles / London: University of California Press 2004. (Erstausgabe 1983).
Regan, Tom:
„The Case for Animal Rights“. In: Singer, Peter (Hg.): In Defense of Animals. Oxford: Basil Blackwell 1985.
Regan, Tom:
The Case for Animal Rights. North Carolina State University at Raleigh. WellBeing International Studies Repository 1986.
Online verfügbar unter:
https://www.wellbeingintlstudiesrepository.org/cgi/viewcontent.cgi?params=/context/acwp_awap/article/1003/&path_info=Case_for_animal_rights.pdf
(Zugriff: [07.02.26]).
Regan, Tom:
„The Case for Animal Rights“. Gekürzter Auszug sowie Interview der Advocates for Animals mit Tom Regan.
In: Tierautonomie – Animalistic Issue 80, Edition Farangis, Jg. 5, Nr. 1, Art. 1, April 2018, ISSN 2363-6513.
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Gita Yegane Arani.
Wikipedia:
„The Case for Animal Rights“.
Online unter: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Case_for_Animal_Rights
(Zugriff: [07.02.26]).
—

