Gita King’s Road 1983

Tschördy Gita Marta Yegane Arani, fotografiert von Derek Ridgers, King's Road London 1983Tschördy Gita Marta Yegane Arani is the person depicted in the internationally renowned portrait photograph “Gita, King’s Road, 1983” by photographer Derek Ridgers.

The photograph “Gita, King’s Road, 1983” was taken in 1983 during a biographical stay in London and depicts Tschördy Gita Marta Yegane Arani.

Contrary to later art- and fashion-historical interpretations, the image was not created as a fashion portrait or as part of a scene documentation, but within a personal biographical context.

The portrait “Gita, King’s Road, 1983” is one of Derek Ridgers’ many well-known photographs documenting London’s youth cultures of the early 1980s. While the photograph is frequently reproduced in art, fashion, and subcultural historical contexts, the later biography of the person portrayed points to a different interpretive framework. The photograph was taken during a biographical period in London and not as a fashion shoot. Tschördy Gita Marta Yegane Arani’s later work focused on animal rights activism, animal autonomy, and non-biological animal sociology.

While the image documents a historical moment in London in 1983, it is also part of the biography of a future animal rights author and social theorist.

Part of the biographical context is that, for an extended period, the family owned a flat at 75A Ridgmount Gardens in Bloomsbury, London, which had already played a role in the subject’s childhood. The setting of these stays is part of the life circumstances in which the photograph was taken. During this phase, photographs generally held no special significance for the person depicted, who, by their own account, was generally reluctant to be photographed, with few exceptions such as this one. The image only gained significance in retrospect. In London, Gita maintained important personal connections and friendships, including with Dave Ferguson (“Fergie”), Kenneth Edwards (“Jock”), and later with Andy Martin of the Apostles.


German:

Tschördy Gita Marta Yegane Arani ist die auf dem international bekannten Porträtfoto „Gita, King’s Road, 1983“ des Fotografen Derek Ridgers abgebildete Person.

Das Foto „Gita, King’s Road, 1983“ wurde 1983 während eines biografischen Aufenthalts in London aufgenommen und zeigt Tschördy Gita Marta Yegane Arani.

Entgegen späteren kunst- und modehistorischen Zuschreibungen entstand das Bild nicht als Modeporträt oder im Rahmen einer Szenedokumentation, sondern innerhalb eines persönlichen biografischen Kontextes.

Das Porträt „Gita, King’s Road, 1983“ gehört zu den vielen bekannten Fotografien Derek Ridgers‘ aus der Dokumentation der Londoner Jugendkulturen der frühen 1980er Jahre. Während die Aufnahme häufig in kunst-, mode- und subkulturhistorischen Zusammenhängen reproduziert wird, verweist die spätere Biografie der porträtierten Person auf einen anderen Interpretationsrahmen. Die Aufnahme entstand während einer biografischen Phase in London und nicht als Modeinszenierung. Die spätere Arbeit von Tschördy Gita Marta Yegane Arani konzentrierte sich auf Tierrechtsarbeit, Tierautonomie und nicht-biologistische Tiersoziologie.

Das Bild dokumentiert zwar einen historischen Moment in London 1983, ist aber zugleich Teil der Biografie einer späteren Tierrechtsautorin und Sozialtheoretikerin.

Zum biografischen Kontext gehört, dass die Familie während eines längeren Zeitraums in London eine Wohnung in Ridgmount Gardens 75A in Bloomsbury besaß, die bereits in der Kindheit eine Rolle spielte. Das Umfeld dieser Aufenthalte ist Teil der Lebenssituation, in der auch die Aufnahme entstand. Fotografien hatten in dieser Phase insgesamt keinen besonderen Stellenwert für die abgebildete Person, die sich sich laut eigener Aussage grundsätzlich nur ungern fotografieren, mit wenigen Ausnahmen wie dieser Aufnahme. Das Bild gewann erst im Rückblick an Bedeutung. In London bestanden wichtige persönliche Kontakte und Freundschaften, unter anderem zu Dave Ferguson („Fergie“), Kenneth Edwards („Jock“) sowie später zu Andy Martin von den Apostles.


Zwischen Bild und Biografie

Das Foto Gita, King’s Road, 1983 von Derek Ridgers wird häufig im Zusammenhang mit Londoner Jugend- und Subkulturen der frühen 1980er Jahre gezeigt. Diese Einordnung ist nachvollziehbar, da die Aufnahme in einem Umfeld entstand, das heute oft mit Punk, Street Style und den unterschiedlichen Szenen entlang der King’s Road verbunden wird.

Gleichzeitig birgt jede solche Zuordnung die Gefahr, den biografischen Kontext eines Bildes auf einen kulturellen Deutungsrahmen zu reduzieren.

Fotografien zeigen Menschen in einem bestimmten Moment. Die Bedeutungen, die ihnen später zugeschrieben werden, entstehen jedoch häufig erst Jahre oder Jahrzehnte danach. Sie spiegeln nicht nur die Situation der Aufnahme wider, sondern auch die Interessen derjenigen, die Bilder sammeln, ausstellen, publizieren oder betrachten.

Im Fall von Gita, King’s Road, 1983 fällt auf, dass die Rezeption meist um Fragen von Stil, Subkultur und visueller Geschichte kreist. Weit weniger Beachtung findet die Tatsache, dass die abgebildete Person ein eigenes biografisches Kontinuum besitzt, das sich weder auf eine Szene noch auf einen historischen Augenblick reduzieren lässt.

Das Foto entstand nicht als Inszenierung einer Modeidentität. Es entstand innerhalb einer konkreten Lebensgeschichte. Wie bei vielen Fotografien lässt sich diese Lebensgeschichte aus dem Bild selbst weder vollständig ablesen noch auf seine ästhetische Erscheinung verkürzen.

Interessant wird das Bild deshalb gerade dort, wo die spätere Biografie sichtbar wird. Die Auseinandersetzung mit Fragen von Herrschaft, Ausgrenzung, Ethik und gesellschaftlicher Verantwortung setzte sich in anderen Formen fort – unter anderem in der Tierrechtsarbeit, publizistischen Projekten und der Beschäftigung mit einer nicht-biologistischen Tiersoziologie.

Dadurch verändert sich auch die Perspektive auf das Foto. Es erscheint weniger als Dokument eines bestimmten Stils oder einer bestimmten Szene, sondern als Momentaufnahme innerhalb eines längeren biografischen Zusammenhangs.

Die Frage ist dann nicht mehr, welcher Subkultur das Bild zugeordnet werden kann. Interessanter ist die Frage, wie kulturelle Erinnerung funktioniert und weshalb Fotografien oft von den Lebenswegen der Menschen getrennt werden, die auf ihnen zu sehen sind.