{"id":391,"date":"2026-01-19T17:49:02","date_gmt":"2026-01-19T16:49:02","guid":{"rendered":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/?p=391"},"modified":"2026-01-20T12:10:56","modified_gmt":"2026-01-20T11:10:56","slug":"antispe-ability-vor-dem-hintergrund-neurodiverser-behinderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/antispe-ability-vor-dem-hintergrund-neurodiverser-behinderungen\/","title":{"rendered":"Antispe Ability vor dem Hintergrund neurodiverser beHinderungen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_393\" aria-describedby=\"caption-attachment-393\" style=\"width: 2480px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/disability_activism_1b.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-393\" src=\"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/disability_activism_1b.png\" alt=\"\" width=\"2480\" height=\"1748\" srcset=\"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/disability_activism_1b.png 2480w, https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/disability_activism_1b-300x211.png 300w, https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/disability_activism_1b-1024x722.png 1024w, https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/disability_activism_1b-768x541.png 768w, https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/disability_activism_1b-1536x1083.png 1536w, https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/disability_activism_1b-2048x1444.png 2048w, https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/disability_activism_1b-1200x846.png 1200w, https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/disability_activism_1b-1980x1396.png 1980w, https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/disability_activism_1b-24x17.png 24w, https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/disability_activism_1b-36x25.png 36w, https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/disability_activism_1b-48x34.png 48w\" sizes=\"auto, (max-width: 2480px) 100vw, 2480px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-393\" class=\"wp-caption-text\">Arts by Pegi, multicolored abstractions<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Antispe Ability vor dem Hintergrund neurodiverser beHinderungen, Neurodiversit\u00e4t allgemein und Aktivismus<\/strong><\/p>\n<p><em>Unsere Herangehensweise an Neurodiversit\u00e4t als antispeziesistische Neurodiversit\u00e4t mit einbeschlie\u00dfend.<\/em><\/p>\n<p>Da in Antispe Ability bereits Mehrdimensionalit\u00e4t, Sprache, Ableismus und Antispeziesismus eine Rolle spielen, findet Neurodiversit\u00e4t [1] \u2013 ein Begriff, den wir als ein noch offenes Konzept von neuer, erweiterter Diversity-Praxis verstehen \u2013 folgenderma\u00dfen seinen Raum bei uns:<\/p>\n<p>Neurodiversit\u00e4t ist hier ein weitergedachter Diversity-Begriff, der nicht nur klassische soziale Diversit\u00e4tsachsen wie Geschlecht, Ethnie oder sexuelle Orientierung umfasst, sondern zus\u00e4tzlich:<\/p>\n<ul>\n<li>Tiersoziologische Perspektiven und Realit\u00e4ten<\/li>\n<li>Eine weitere Kontextualisierung von Identit\u00e4t, Behinderung und Neurodivergenz<\/li>\n<li>Kommunikations- und Zugangsdimensionen<\/li>\n<li>Multiperspektivisch analysierte Machtverh\u00e4ltnisse zwischen Menschen und der Mitwelt<\/li>\n<\/ul>\n<p>In Antispe Ability geht es ja bereits um das Zusammenwirken von Diskriminierungsformen (z. B. Ableismus im Tier- und Aktivismuskontext) \u2013 also genau dort, wo ein Neurodiversit\u00e4ts-Ansatz auch ansetzen muss, wenn dieser mitweltbezogen und selbstreflexiv denkt.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Neurodiversit\u00e4t in Antispe Ability als antispeziesistische Neurodiversit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend traditionelle Diversity-Ans\u00e4tze soziale Unterschiede wie Geschlecht, Ethnizit\u00e4t oder sexuelle Orientierung anerkennen, schl\u00e4gt Neurodiversit\u00e4t als Funktion in unserem Kontext eine Erweiterung dieses Verst\u00e4ndnisses vor.<\/p>\n<p>Sie umfasst f\u00fcr uns beHinderung, nichtmenschliche Lebewesen, Sprach- und Kommunikationsrechte sowie die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Formen von Diskriminierung und Ausgrenzung.<\/p>\n<p>In Antispe Ability wird diese Vision von Diversit\u00e4t dadurch greifbar, dass <em>Ableismus im Tierrechts- und Aktivismuskontext<\/em> nicht als isoliertes Ph\u00e4nomen, sondern als multifunktionales Netzwerk von Ausschl\u00fcssen und Zugangsbarrieren untersucht wird.<\/p>\n<p>Dadurch entsteht ein Verst\u00e4ndnis von Vielfalt, das nicht nur menschliche Unterschiede anerkennt, sondern auch die Rolle anderer Lebensweisen und \u201eLebensformen\u201c und die Art und Weise, wie soziale Strukturen sie marginalisieren.<\/p>\n<p><strong>Warum das relevant ist<\/strong><\/p>\n<p>Klassische Diversity-Debatten konzentrieren sich oft nur auf menschliche Identit\u00e4tsachsen wie Geschlecht, Rasse, Bef\u00e4higtheit\/Ability. Wir erweitern diese Perspektive, indem Tierrechte, Aktivismus f\u00fcr Tierrechte und Ableismus zusammen faktorisiert werden.<\/p>\n<p>Neurodiversit\u00e4t ist so in unserem Kontext Teil von erkannten Zusammenh\u00e4ngen, die Mensch-Nichtmensch, Behinderung, Sprache und Zugang gleichberechtigt mitdenken \u2014 als eine wirklich radikal oder konsequent multiperspektivische Diversit\u00e4t.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Antispeziesistische Neurodiversit\u00e4t als multiperspektivischer Ansatz im antispeziesistischen und ableismuskritischen Diskurs<\/strong><\/p>\n<p>Der Begriff einer <em>antispeziesistischen Neurodiversit\u00e4t<\/em> bezeichnet eine tiersoziologisch sich begr\u00fcndende konzeptionelle Erweiterung klassischer Diversity-Ans\u00e4tze, die \u00fcber prim\u00e4r hegemonial-anthropozentrische Differenzkategorien hinausgeht.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend etablierte Diversit\u00e4tsdiskurse sich \u00fcberwiegend in exkludierender Weise auf menschliche soziale Marker wie Geschlecht, Ethnizit\u00e4t, sexuelle Orientierung oder Religion konzentrieren, zielt unser Begriff von einer antispeziesistischen Herangehensweise an Neurodiversit\u00e4t auf eine &gt; mehrdimensionale Analyse von Macht-, Ausschluss- und Normierungsprozessen, die sowohl menschliche als auch nichtmenschliche Akteur*innen einbeschlie\u00dft.<\/p>\n<p>Im Kontext von antispeziesistischer Bef\u00e4higung oder Bef\u00e4higtheit \u00a0[die Idee hinter \u201eAntispe Ability\u201c] gewinnt Neurodiversit\u00e4t nochmal eine besondere Relevanz, da hier Ableismus nicht isoliert, sondern in seiner Verflechtung mit Speziesismus und Tierobjektifizierung, Kommunikationsnormen in sozialen R\u00e4umen und bef\u00e4higenden- oder verhindernden aktivistischen Strukturen untersucht wird.<\/p>\n<p>Behinderung erscheint dabei nicht als individuelles Defizit, sondern als sozial produzierter Ausschlussmechanismus, der durch normierende Vorstellungen von Leistungsf\u00e4higkeit, (kaum differenzierten) Kognitionsbegriffen und Autonomie stabilisiert wird \u2013 Vorstellungen, die zugleich zentrale Legitimationsmuster speziesistischer Gewalt darstellen.<\/p>\n<p>Unsre Herangehensweise an Neurodiversit\u00e4t unter diesen Gesichtspunkten erm\u00f6glicht es uns, diese Verschr\u00e4nkungen analytisch sichtbar zu machen. Sie versteht Diversit\u00e4t nicht als blo\u00dfe Anerkennung von Differenz, sondern als kritische Praxis der Infragestellung normativer Subjektentw\u00fcrfe, die bestimmen, wessen Stimmen geh\u00f6rt, wessen K\u00f6rper als handlungsf\u00e4hig anerkannt und wessen Leben als sch\u00fctzenswert betrachtet werden und die teils in Frage zu stellenden Modalit\u00e4ten dessen.<\/p>\n<p>Damit er\u00f6ffnet unser Ansatz einen Raum, in dem antispeziesistische Ethik, Disability Studies und ableismuskritische Aktivismusforschung nicht additiv, sondern relational zueinander gedacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als theoretischer Rahmen tr\u00e4gt Neurodiversit\u00e4t dazu bei, Tierrechtsdiskurse von implizit ableistischen und hegemonial-anthropozentrischen Voraussetzungen zu befreien und zugleich Diversity-Konzepte f\u00fcr die systematische ethische Einbeziehung nichtmenschlicher Lebewesen und Lebensformen sowie neurodivergenter und behinderter Perspektiven zu \u00f6ffnen, als gemeinsam Gedachtes, in Fragen von wechselseitiger sozialer, politischer, pers\u00f6nlicher, lebendiger und ideeller Bezugnahme.<\/p>\n<p>In diesem Sinne versteht sich eine antispeziesistische Neurodiversit\u00e4t weniger als Identit\u00e4tskategorie denn als epistemologische Intervention, die auf eine radikale Neuausrichtung von Gerechtigkeits- und Solidarit\u00e4tskonzepten abzielt.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>[1] Neurodiversit\u00e4t &gt; bezeichnet ein Konzept aus den Disability \/ Neurodiversity Studies, das neurologische Unterschiede (z. B. Autismus, ADHS, Dyslexie, Tourette u. a.) als nat\u00fcrliche Varianten menschlicher Neurobiologie versteht und nicht prim\u00e4r als Defizite oder St\u00f6rungen. Es existieren unterschiedliche Verst\u00e4ndnisse \u00fcber den Begriff.<\/p>\n<p>Links zur grundlegenden Info, f\u00fcr den Einstieg in das Thema und die Diskussion rund um den Begriff der &gt; Neurodiversit\u00e4t:<\/p>\n<p>Judy Singer &gt; Reflections in Neurodiversity &gt;\u00a0<a href=\"https:\/\/neurodiversity2.blogspot.com\/p\/what.html\">https:\/\/neurodiversity2.blogspot.com\/p\/what.html<\/a> [19.01.25]<\/p>\n<p>John Cromby und Lucy Johnstone &gt; Neurodiversity\u2013What Exactly Does It Mean? &gt; <a href=\"https:\/\/www.madinamerica.com\/2024\/07\/part-1-neurodiversity\/\">https:\/\/www.madinamerica.com\/2024\/07\/part-1-neurodiversity\/<\/a> [19.01.25]<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antispe Ability vor dem Hintergrund neurodiverser beHinderungen, Neurodiversit\u00e4t allgemein und Aktivismus Unsere Herangehensweise an Neurodiversit\u00e4t als antispeziesistische Neurodiversit\u00e4t mit einbeschlie\u00dfend. 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