{"id":239,"date":"2024-10-09T23:26:04","date_gmt":"2024-10-09T21:26:04","guid":{"rendered":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/?p=239"},"modified":"2025-04-15T23:48:22","modified_gmt":"2025-04-15T21:48:22","slug":"warum-disability-arts-immer-ein-anti-ableistisches-tool-bleiben-sollte-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/warum-disability-arts-immer-ein-anti-ableistisches-tool-bleiben-sollte-1\/","title":{"rendered":"Warum Disability Arts immer ein anti-ableistisches Tool bleiben sollte (1)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/disability_arts_1ee.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-234 size-full\" src=\"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/disability_arts_1ee.png\" alt=\"ARTS BY PEGI. 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Es ist ein Versuch die Theorien, die aus eigenen Ideen entwachsen, in die kreative und aktivistische Praxis umzusetzen.<\/p>\n<p>Hierzu tasten wir uns vor, und setzen uns dazu eingangs mit der oder den Definitionen des Begriffs DISABILTY ARTS auseinander. Unsere wesentliche Frage ist aber, warum soweit in D\/A\/CH, im deutschsprachigen Raum zumindest, die Community von autarken Kreativlingen &#8211; gerade unter Menschen mit SchwertsbeHinderung &#8211; f\u00fcr uns selbst relativ unsichtbar zu sein scheint, und wo man sich selbst als kreativer Mensch mit den jeweils eigenen individuellen Barrierenerfahrungen und gesellschaftlich-sozialen Erfahrungen dabei sehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Hierzu unser erster Beitrag, der in Forsetzungssequenzen weitergef\u00fchrt werden wird:<\/p>\n<p><strong>Warum Disability Arts immer ein <em>anti-ableistisches Tool <\/em>bleiben sollte<\/strong><\/p>\n<p><em>Synergien, die sich f\u00fcr uns zwischen Disability Arts und unserem Verst\u00e4ndnis von kreativer Selbst\u00e4ndigkeit ergeben.<\/em> F\u00fcr jeden engagierten Rezipienten wird dieser Zweig in der Kunstbewegung eine eigene Bedeutung tragen, in Abh\u00e4ngigkeit zu seinen Ansichten, Erfahrungen und inhaltlichen Ausrichtungen, und jeder Kreative, der hier initiale Impulse setzt, wird seinen Rahmen um das Konzept, durch seine jeweils eigenen Haltungen stecken. Wie n\u00e4hern Sie sich, wie n\u00e4hert Ihr Euch an Disability Arts an? Dies ist unser initialer Ann\u00e4herungsversuch daran, eine wichtige, vielversprechende relativ junge Bewegung in der beHindertenrechtsbewegung zu fassen.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/disability_arts_3-2a.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-240 size-full\" src=\"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/disability_arts_3-2a.png\" alt=\"ARTS BY PEGI. 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Wie der Kreativit\u00e4t zu sprichw\u00f6rtlich neuen Fl\u00fcgeln, F\u00fc\u00dfen, R\u00e4dern und Weiterem verholfen werden kann, durch eine Abkehr vom Alten, wird vermutlich aber eher etwas sein, das sich nur diejenigen vorstellen k\u00f6nnen, die einen Bedarf an Erneuerung und Ver\u00e4nderung haben.<\/p>\n<p>Vieles von dem, was f\u00fcr den g\u00e4ngigen Kunstbetrieb weiterhin einzuordnen w\u00e4re in \u201eArt brut\u201c oder \u201eOutsider Art\u201c, ist nach neuer Definition theoretisch und m\u00f6glicherweise nun eher als ein Teil der Geschichte der &gt; Disability Arts zu sehen.<\/p>\n<p>Der Bruch zwischen einer Geschichte der Beschreibungen aus Sicht von \u201aAble-Bodied-Menschen\u2018\/\u2018NichtbeHinderten\u2018 und wie sie die Kunst von Kunstschaffenden und Kreativen mit beHinderungen soweit vorwiegend klassifizierten, ausstellten und vermarkteten im Kunstsektor, ist, im Angesicht heutiger Vorstellungen von Eigenrepr\u00e4sentation im \u00f6ffentlichen Raum, schmerzlich, r\u00fcckst\u00e4ndig, aber immernoch weitestgehend ein unumstrittener Teil in der Gesamt-Kartographie der \u201eKunstwelt\u201c.<\/p>\n<p>Disability Arts wird vermutlich in Zukunft genau an dieser Stelle neue Impulse setzten. R\u00fcckwirkend wird erkennbar, dass Schilderungen, Sprache und Wege der Einordnung, in einer Art einer <em>ghettoisierenden Form<\/em> Normalit\u00e4t waren und wie diese nun aufgebrochen werden wird \u2013 ganz gleich, ob der \u201edie-Able-Bodies-normalisierende-Teil-der-Gesellschaft\u201c sein Denken nun umstellen wird oder nicht. Ver\u00e4nderungen m\u00fcssen eine sie blockierende Statik \u00fcberwinden k\u00f6nnen um Neuerungen zu schaffen.<\/p>\n<p>Erfahrungshorizonte, die \u201abeHinderungstechnisch\u2018 relevant sind, m\u00fcssen sich nicht weiter mit einem stetig feststehenden Ma\u00dfstab beispielsweise von &gt; rezeptiver Autorit\u00e4t bemessen lassen, sondern feste Pfade in der Wechselseitigkeit von Kunstsch\u00f6pfung und Kunstrezeption k\u00f6nnen verlassen werden und der Freiraum der Option wird gr\u00f6\u00dfer, der n\u00f6tig ist, um die Wirksamkeit eigener Formensprachen nicht im Gemenge typischer zeitgen\u00f6ssischer Soll-Formensprachen als verloren betrachten zu m\u00fcssen. Es geht so nicht einfach um ein Mit-Dabei-Sein, sondern es geht um eigene Inhalte und eine Erweiterung des Verst\u00e4ndnisses von Formensprachen auf <em>grundlegender, anti-ableistischer Ebene<\/em>.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Damit die Evolution, die Disability Arts als Kunstgattung und Kunstpraxis beinhaltet, auch hier im deutschsprachigen Raum besser stattfinden k\u00f6nnen wird, werden auch wir unsere Beitr\u00e4ge \u2013 auch im ganz eigenen aktivistischen Interesse \u2013 \u00a0leisten.<\/p>\n<p>An dieser Stelle wollen wir einige Aspekte der Disability Arts aus verschiedenen Perspektiven und Quellen aus dem Englischsprachigen derjenigen deutschsprachigen Leserschaft vorstellen, die wir durch unsere Publikationen erreichen und f\u00fcr die jene Aussagen von Interesse sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Das Feld der Disability Arts \u2013 ganz spezifisch als Aktivit\u00e4tsfeld im Sinne der anti-ableistischen Definition welche die Behindertenrechtsbewegung gepr\u00e4gt hat \u2013 wird gegenw\u00e4rtig in D\/A\/CH noch, durch \u00fcberkommene Strukturen der Hilfsverb\u00e4nde und der dort g\u00e4ngigen Arbeit, vergleichsweise wenig gelebt wird:<\/p>\n<p>Das hei\u00dft wir haben noch wenig bis kein Selbstverst\u00e4ndnis hier, welches bei den Wohlfahrtverb\u00e4nden gelandet und gel\u00e4ufig w\u00e4re, nach dem beHinderte Kunstschaffende in ihrer Selbstst\u00e4ndigkeit unterst\u00fctzt und anerkannt werden, statt \u201ebetreut\u201c und \u201esozialarbeiterisch geschult begleitet\u201c. Dazu bedarf es vor allem \u00c4nderungen in Sprache und Konzeptionen, damit wir nicht in vordergr\u00fcndigen kosmetischen Ver\u00e4nderungen und Neu-Etikettierungen von Althergebrachtem stecken bleiben.<\/p>\n<p><strong>Andere Stimmen<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Wir schauen nun mal, was so ein allgemeiner \u201ekleinster gemeinsamer Nenner\u201c ist, in der Definition von Disability Arts \u201enach Auffassung\u201c der [Kontributoren oder Beitragenden der] Plattform Wikipedia, die vermutlich einen vielleicht zwar etwas an der Oberfl\u00e4che bleibenden, aber allgemeinen Durchschnitt an Meinungen abbildet. Bis dato ist auf Wikipedia DE noch kein Eintrag zu finden. Dies mag sich nat\u00fcrlich jederzeit \u00e4ndern k\u00f6nnen &gt; <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Disability_art\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Disability_art<\/a> \u2013 Stand : Zugriff vom 09.10.2024.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die einleitende zusammenfassende Aussage: \u201eDisability Art oder Disability Arts ist jede Kunst, jedes Theater, jede bildende Kunst, jeder Film, jedes Schreiben, jede Musik und jeder Club, der Behinderung zum Thema hat oder dessen Kontext mit Behinderung zu tun hat\u201c bezieht sich als Quelle auf einen \u00e4lteren Text des bekannten englischen Disability Arts Verbandes &gt; Shape, und zwar im speziefischen auf diesen Text &gt; \u201eDisability Arts. A Brief History\u201c. Shape. Archiviert vom Original am 22. Februar 2012. Abgerufen am 9. Februar 2012. &gt;\u00a0 <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20120222122227\/http:\/www.shapearts.org.uk\/abriefhistory.aspxv\">https:\/\/web.archive.org\/web\/20120222122227\/http:\/\/www.shapearts.org.uk\/abriefhistory.aspxv<\/a>], der jedoch einen anderen Inhalt vermittelt, als die verweisende Aussage in dem Wikipedia-Eintrag. Liest man den Text von Shape, der hier also als Quell-Verweis dient, findet man eine Information, die als definierende Aussage weitaus plausibler erscheint:<\/p>\n<p>\u201eEin kurzer geschichtlicher R\u00fcckblick. Die Disability Arts sind aus der Behindertenrechtsbewegung und dem breiteren Kampf von Menschen mit Behinderungen f\u00fcr Gleichberechtigung und das Recht auf Teilhabe an allen Aspekten der Gesellschaft hervorgegangen. Inspiriert durch den radikalen politischen Aktivismus der 1960er Jahre und motiviert durch kreative Ambitionen sowie Frustration \u00fcber ihren Ausschluss aus der Mainstream-Kunst, schlossen sich behinderte Menschen zusammen und gr\u00fcndeten ihre eigenen Organisationen. Diese Organisationen boten einen Raum, in dem die Bed\u00fcrfnisse und Bestrebungen behinderter Menschen verwirklicht und ihre kreativen Talente entwickelt werden konnten.\u201c<\/p>\n<p>Und im Folgenden wird klar, beim Weiterlesen des aktuellen englischsprachigen Wikipedia-Eintrags, dass der Begriff \u201eDisability Art\/Arts\u201c anscheinend in zweierlei Art und Weisen verwendet wird. Einmal zur Beschreibung von Behinderung in der Kunst, und einmal als Kunst von Menschen mit beHinderung.<\/p>\n<p>Der Wikipedia-Eintrag bezieht sich bei dem Begriff aber selbst ausschlie\u00dflich definitorisch auf Disability Arts (oder auch Disability Art) als das Thema \u201eBehinderung in der Kunst\u201c, und gibt an, dass hingegen \u201eKunst von Menschen mit Behinderung\u201c in der Gesellschaft allgemeinhin mit dem umschreibenden Begriff \u201edisability in the arts\u201c bezeichnet w\u00fcrde oder werden sollte. Der Artikel f\u00e4hrt noch fort mit dem Warum.<\/p>\n<p>Wir w\u00fcrden beide Begriffsverwendungen genau entgegengesetzt verwenden, der Klarheit und Einfachheit halber. Der Wikipedia-Eintrag lautet in diesem Punkte aber wie folgt:<\/p>\n<p>\u201eBedeutung und Kontext: Disability Art\/s ist ein Bereich der Kunst, in dem der Kontext der Kunst das Thema Behinderung aufgreift. In den Disability Arts geht es um die Erforschung der konzeptionellen Ideen und der physischen Realit\u00e4ten dessen, was es bedeutet, behindert zu sein, oder um Konzepte, die sich auf dieses Wort beziehen. Disability Arts unterscheidet sich von &#8218;Behinderung in der Kunst&#8216;, was\u00a0 sich eher auf die aktive Teilnahme oder Repr\u00e4sentation von behinderten Menschen in der Kunst bezieht, als auf den Kontext des Werks, der sich mit Behinderung befasst. Disability Arts setzt nicht voraus, dass der Kunstschaffende behindert ist (siehe &#8218;Disability Arts in der Behindertenrechtsbewegung&#8216; f\u00fcr die Ausnahme), noch wird Kunst, die von einer Person mit einer Behinderung gemacht wird, automatisch zu Disability Arts, nur weil sie von einer Person mit einer Behinderung gemacht wurde.\u201c<\/p>\n<p>Hier ist interessant, dass in Klammern der Zusatz \u201esiehe Disability Arts in der Behindertenrechtsbewegung f\u00fcr die Ausnahme\u201c steht. Hier ordnet der Wikipedia-Artikel die Disability Arts als Errungenschaft der Behindertenrechtsbewegung, wie sie oben im Shape-Artikel beschrieben waren, einer Definition unter, die dem allgemeinen Kunstmarkt vermutlich eher gerecht wird. Weil, wenn jeder Behinderung abbilden kann und damit Disability Arts repr\u00e4sentiert, wird der subjektiven Erfahrung vom Kunstschaffenden im Allgemeinen die freie Fahrt gegeben sich des Themas Behinderung grunds\u00e4tzlich erstmal erm\u00e4chtigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Eintrag gibt nun folgende Beispiele an, um den dort bezeichneten Unterschied klarer zu machen:<\/p>\n<ul>\n<li>Ein Beispiel f\u00fcr Disability Art\/s von einer Person ohne Behinderung: Alison Lapper Pregnant, 2005, Marc Quinn, ist Disability Art\/s [\u2026] aufgrund des Kontextes, in dem er verr\u00e4t, dass das Konzept des Werks darin bestand, \u201edie ultimative Aussage \u00fcber Behinderung\u201c [\u2026] zu treffen.<\/li>\n<li>Ein Beispiel f\u00fcr Disability Art\/s von einer Person mit einer Behinderung: effective, defective, creative, 2000, Yinka Shonibare, zeigt Fotos von F\u00f6ten von Frauen, bei denen das Risiko besteht, dass sie ein fehlergebildetes Baby zur Welt bringen, [\u2026] und befasst sich somit mit dem Verh\u00e4ltnis von Defektivit\u00e4t und Behinderung.<\/li>\n<li>Ein Beispiel f\u00fcr Kunst, die von einer Person mit einer Behinderung geschaffen wurde und keine Disability Art\/s ist: Dorothea, 1995, Chuck Close; bezieht sich auf ihr \u201estriktes Festhalten an den selbst auferlegten Regeln, die ihre Kunst geleitet haben\u201c und \u201edie formale Analyse und methodische Neugestaltung des menschlichen Gesichts\u201c[\u2026], hat also konzeptionell nichts mit Behinderung zu tun und ist daher keine Disability Art\/s. Die Themen in Disability Art beziehen sich auf die Vergangenheit und die Gegenwart des Einzelnen, wie er seine Nachteile sieht. Diese Sicht auf Benachteiligungen kann dazu f\u00fchren, dass Werke geschaffen werden, durch die Menschen, die jene Erfahrungen nicht kennen, diese besser verstehen lernen. Die Themen, die die Disability Art begleiten, sind Stereotypen, Vorteile, Nachteile, Inklusion, Ausgrenzung, k\u00f6rperliche und geistige Gesundheit [\u2026].<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und schlie\u00dflich definitert der Wikipedia-Eintrag nun Disability Art\/s in der Behindertenrechtsbewegung:<\/p>\n<p>\u201eKontext der Disability Arts in der Behindertenkunstbewegung. Disability Art ist ein Konzept, das sich aus der Disability Arts-Bewegung entwickelt hat. [\u2026] In der Disability Arts-Bewegung stand Disability Art f\u00fcr &#8218;Kunst, die von behinderten Menschen gemacht wird und die die Erfahrung von Behinderung widerspiegelt&#8216; [\u2026] Um in der Disability Arts-Bewegung Disability Art zu machen, muss man eine Person mit einer Behinderung sein.\u201c<\/p>\n<p>Dass die Vorstellung, dass Disability Arts im Sinne dessen, dass sie \u2013 wie der Wikipedia-Eintrag oben festzulegen versucht \u2013 einzugrenzen oder festzuklopfen w\u00e4re auf bestimmte Erfahrungen und bestimmte Themen, ist eine ins Defizit\u00e4re sich richtende Sichtweise auf Behindertsein. Denn, warum sollte die Kunstbezeichnung, die sich thematisch auf die Sicht einer bestimmten Urhebergruppe bezieht, unter den Vorzeichen der Emanzipation zumindest, in ersten Linie lediglich &gt; Reaktion auf etwas abbilden oder einkreisen, und Behinderungserfahrung und BeHindertsein nicht als etwas urs\u00e4chlich Ganzes, Vollst\u00e4ndiges gesehen werden? Wollte man dieses Bild perspektivisch weiter ausmalen, so k\u00f6nnte man sagen: auf der einen Seite haben wir die Vorstellung (ob erlebt oder imaginiert oder projiziert), die Menschen ganz allgemein sich von \u201eBehinderung\u201c zum Thema machen, und auf der anderen Seite haben wir das Behindertsein, als Ist-Zustand und eigene individuelle Norm (\u2026) und das Kunst schaffen.<\/p>\n<p>&#8212;-<\/p>\n<p>Nun, gehen wir weiter in unserer Suche nach hilfreichen Beschreibungen und Definitionen, die nun aber vielleicht doch aus eindeutiger Sicht, im Sinne der Behindertenrechtsbewegung, f\u00fcr uns wichtig sind.<\/p>\n<p>&#8212;-<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Ein Blickpunkt auf die Disability Arts aus der amerikanischen Kunstzeitschrift Artnews aus dem Jahr 2022:<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nothing About Us Without Us: Disability Arts Now. Emily Watlington, 10. Oktober, 2022 in &gt; <a href=\"https:\/\/www.artnews.com\/art-in-america\/features\/disability-arts-now-1234642326\/\">https:\/\/www.artnews.com\/art-in-america\/features\/disability-arts-now-1234642326\/<\/a> [Zugriff 05.10.2024]<\/p>\n<p>\u201eNichts \u00fcber uns ohne uns: Disability Arts Now [\u2026]. Die Kunst hat in den letzten zehn Jahren in der aufkeimenden Bewegung f\u00fcr Behindertenrechte in den Vereinigten Staaten eine wesentliche \u2013 wenn nicht sogar die wichtigste \u2013 Rolle gespielt. In Memoiren, Gem\u00e4lden und Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Videos und Live-Performances und an Veranstaltungsorten, die von kleinen Galerien \u00fcber Kinos bis hin zu professionellen Sportarenen reichen, haben behinderte K\u00fcnstler immer wieder ihre vielf\u00e4ltigen Lebensperspektiven dargelegt. Mit Hartn\u00e4ckigkeit haben diese Werke begonnen, an den ableistischen \u00dcberzeugungen zu r\u00fctteln, die die Unterdr\u00fcckung von Menschen mit Behinderungen strukturieren, und wir beginnen, die Auswirkungen zu sehen, w\u00e4hrend sich die kulturellen Gezeiten wenden. [\u2026]<\/p>\n<p>Belange im Zusammenhang mit Behinderungen wurden lange Zeit als zu nischenhaft abgetan, da sie zu wenige Menschen betrafen, als dass sie des Rampenlichts w\u00fcrdig w\u00e4ren. Aber durch behinderungs\u00fcbergreifende Solidarit\u00e4t haben K\u00fcnstler und Aktivisten unz\u00e4hlige Koalitionen gebildet und sind dabei den Spuren der Crip-Elders [den \u00e4lteren Vorreitern in der Behindertenrechtsbewegung] gefolgt, die zu zahlreich sind, um sie alle einzeln zu nennen. Mit der Kunst als Hauptwaffe haben sie gefordert, dass ihre Geschichten und Perspektiven eine Kultur durchdringen und ver\u00e4ndern, die von ableistischen Normen durchsetzt ist. Die K\u00fcnstler haben dies auf drei Arten getan. Einige haben sich daf\u00fcr entschieden, ihre Erfahrungen in der ersten Person zu erz\u00e4hlen. Solche Werke, die oft zu den sichtbarsten und gefeiertsten geh\u00f6ren, helfen dem behinderten Publikum, sich gesehen zu f\u00fchlen, oder zeigen dem nicht behinderten Publikum Perspektiven auf, die es sonst vielleicht nicht in Betracht ziehen w\u00fcrde. Andere K\u00fcnstler haben verschiedene Formen der Barrierefreiheit nachgebildet, mit ihnen experimentiert oder sich f\u00fcr sie eingesetzt. Sie lehnen die Vorstellung ab, dass es eine Einheitsgr\u00f6\u00dfe gibt oder dass Barrierefreiheit eine Reihe unfehlbarer Regeln ist, die eingehalten werden m\u00fcssen, und f\u00f6rdern einen Geist der kreativen Anpassungsf\u00e4higkeit, der im Mittelpunkt der Akkommodation stehen sollte. Und wieder andere zeigen, wie \u201eBeeintr\u00e4chtigung\u201c eine generative, kreative Kraft sein kann, dass Behinderung nicht als Mangel oder Defizit betrachtet werden muss. Stattdessen verlangt eine \u201eBeeintr\u00e4chtigung\u201c, dass wir zahlreiche Normen neu \u00fcberdenken, was wiederum neue M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet. [&#8230;]<\/p>\n<p>Viele behinderte Menschen wurden mit der Vorstellung erzogen, dass es besch\u00e4mend ist, sich als behindert zu bezeichnen, und wurden daher ermutigt, ihre Unterschiede zu verbergen. (Hier und im gesamten Text beziehe ich mich auf den amerikanischen Kontext, mit dem ich am besten vertraut bin \u2013 die kulturellen, politischen und institutionellen Normen k\u00f6nnen im Ausland anders sein). Dies hat oft zur Folge, dass behinderte Menschen voneinander getrennt werden und keine Gemeinschaft bilden k\u00f6nnen. Dagegen hat eine wachsende Gruppe von K\u00fcnstlern zueinander gefunden und eine Kultur und eine Koalition gebildet. Unsere Gesellschaft ist seit langem arm an Ich-Erz\u00e4hlungen von Menschen mit Behinderungen, und so ist es nicht verwunderlich, dass autobiografische Werke mit ungew\u00f6hnlicher Begeisterung aufgenommen wurden. [\u2026].\u201c<\/p>\n<p>Dieser Artikel beschreibt aus einer \u00fcbergreifenderen Sicht sehr gut, wo ein gesamtgesellschaftlicher Bedarf zur parit\u00e4tischen Begegnung \u00fcber die K\u00fcnste bestand und besteht.<\/p>\n<p>Wie werden uns weiter Perspektiven und Darlegungen \u00fcber Disability Arts verschiedener internationaler Quellen anschauen. Fortsetzung folgt also \u2026<\/p>\n<p>rev 13.10.24, 3<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; ARTS BY PEGI ARTS BY PEGI ARTS BY PEGI ARTS BY PEGI Disability Arts is You!\u00a0Wir repr\u00e4sentieren und supporten den Geist von Disability Arts im Sinne eines &gt; emanzipativ-unabh\u00e4ngigen K\u00fcnstlertums. Es ist ein Versuch die Theorien, die aus eigenen Ideen entwachsen, in die kreative und aktivistische Praxis umzusetzen. Hierzu tasten wir uns vor, und&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"templates\/template-cover.php","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[11],"class_list":["post-239","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-disability-arts","tag-laengere-beitraege","tw-meta-no-icon"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/239","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=239"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/239\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":302,"href":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/239\/revisions\/302"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=239"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=239"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}