{"id":136,"date":"2024-04-11T19:15:45","date_gmt":"2024-04-11T17:15:45","guid":{"rendered":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/?p=136"},"modified":"2024-06-21T15:55:40","modified_gmt":"2024-06-21T13:55:40","slug":"sprechemanzipation-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tierrechtsethik.de\/freiraum\/sprechemanzipation-1\/","title":{"rendered":"Sprechemanzipation (1)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Korrektur 11.12.23)<\/p>\n<p><strong>Sprechemanzipation<\/strong><\/p>\n<p>A.) UK \u2013 sollte, so finden wir, deren User nicht ausschlie\u00dflich an einzelne normative Sprachsysteme binden, sondern Sprache, Ausdruck und Kommunikation sollten unserer Meinung nach intuitiv sein k\u00f6nnen und \u201cd\u00fcrfen\u201d <strong>und<\/strong> Sprache als \u201cfreies Kulturgebilde\u201d anerkannt werden, im Sinne von \u201cKommunikation als solcher\u201d \u2013 <strong>weg<\/strong> vom Baukastensystem der Linguistik, das zu einer Daumenschraube am System Sprache werden <strong>kann<\/strong> \u2013 was eigentlich \u00fcberhaupt nicht sein muss, wenn wir uns <em>Sprach- und Sprachenvielfalt<\/em> und Sprechverhalten an sich anschauen.<\/p>\n<p>B.) Warum \u201cEinfache Sprache\u201d Vorteile aber auch Nachteile f\u00fcr User dieser Kommunikationsebene hat &gt; wir hatten hier bereits kurz das Thema \u201cPitfalls\u201d (also Abgr\u00fcnde), die bei leichter Sprache in Erscheinung treten <em>k\u00f6nnen<\/em>, ansatzweise und spontan thematisiert:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/simorgh.de\/disablismus\/leichte-sprache-als-kommunikationsschablone\/\">https:\/\/simorgh.de\/disablismus\/leichte-sprache-als-kommunikationsschablone\/<\/a><\/p>\n<p>C.) warum der eigene Ausdruck Sprache ist, wenn Musik und Kunst auch Sprache sein d\u00fcrfen und sind.<\/p>\n<p><strong>Umfassender Ausdruck<\/strong><\/p>\n<p><em>Immediate expression<\/em> \u2013 unmittelbarer Ausdruck: weshalb nicht nur Sprachsysteme, die als solche erkannt, benannt und definiert werden, Sprachkomplexit\u00e4t umfassen, sondern auch Sprache <em>als freies Kommunikationsprinzip betrachtet und anerkannt werden kann<\/em>, wenn die Bereitschaft bei Individuen (und somit in der breiten allgemeinen Gesellschaft) dazu gegeben ist.<\/p>\n<p>Ein Rahmen <strong>freier vollst\u00e4ndig komplexer Kommunikation<\/strong> schlie\u00dft das erlernen unterschiedlicher Sprach- oder Sprechsysteme nicht aus. So kann man MINSPEAK, semantische Verdichtung\/semantic compaction erlernen und anwenden, ohne dass dies weitere Sprech- und Kommunikationsoptionen ausschlie\u00dft.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zur Sprechemanzipation auf der unmittelbar stimmlichen Ebene:<\/p>\n<p>Uns bek\u00fcmmert das Gef\u00fchl und das Erlebnis von \u2013 wir nennen es mal: \u201cSprachscham\u201d. Die Annahme, dass Sprache \u2013 als praktizierte und gedachte Kommunikation \u2013 baukastenartig und in bestimmter Weise zu funktionieren hat, bringt teilweise mit sich, dass manche Leute meinen, dass, <strong>wenn Kommunikation als freies Medium betrachtet wird<\/strong>, es sich \u00fcberhaupt nicht um \u201cSprache\u201d handle, sondern die Auffassung mancher schlie\u00dft <strong>Sprachfreiheit als g\u00fcltige Kommunikationsform<\/strong> in sonderbarer Weise aus.<\/p>\n<p>(Man muss sich anschauen, was die Gr\u00fcnde daf\u00fcr darstellen. Eine Anf\u00fchrung eines Scheingrundes wie, dass Kommunikation zu 100% inhaltlich deckungsgleich zwischen den Kommunizierenden sei und sein m\u00fcsse, erscheint vollkommen unrichtig und nicht zielf\u00fchrend um Sprachkomplexit\u00e4t und Kommunikationspraxis zu erfassen.)<\/p>\n<p>Warum Menschen einen Unterschied machen, wann Kommunikation freier sein darf, und wann Kommunikation sich welcher Systeme und warum auch immer bedienen darf, k\u00f6nnen wir selbstverst\u00e4ndlich nicht beantworten. Klar ist nur, dass das Denken \u00fcber Sprache und Sprachpraxis ein diskriminatorisches Moment beinhalten <em>kann<\/em>.<\/p>\n<p>Beobachtung:<\/p>\n<p><strong>Da Sprache in der Regel kein <\/strong><em><strong>freies<\/strong><\/em><strong> Kommunikationsmedium in der kommunikativen Praxis unter Menschen darstellt, kann das eigene Kommunizieren mit einem Erlebnis von Scham behaftet sein.<\/strong><\/p>\n<p>So ist oftmals die eigene Stimmlichkeit zu erleben und zum Ausdruck zu bringen, nicht so sehr an Probleme gehaftet, die sich mit einer klassischen funktionalen Stimmbildung beheben lassen w\u00fcrden, sondern vielmehr m\u00fcssen soziale Kontexte etabliert werden, in denen der eigenen Ausdruck anerkannt und mitgestaltend in seiner Wirkung geachtet wird, usw.<\/p>\n<p>Themen die an dieser Stelle sich anschlie\u00dfen w\u00fcrden sind:<\/p>\n<p>\u2013 ein Weg von sog. \u201cdefizit\u00e4ren Herangehensweisen\u201d (die sich auch wohlwollend und unabsichtlich aus soziologischen Kontexten ergeben k\u00f6nnen &gt; wie teils im medizinischen Modell [1])<\/p>\n<p>\u2013 und Kommunikationsfreiheit gegen Ableismus, in Hinsicht auf das Sprechen.<\/p>\n<p>[1] Siehe dazu: Drei Modelle von Behinderung, Auszug aus einer allgemeinen Info der Vereinten Nationen &gt; <a href=\"https:\/\/simorgh.de\/disablismus\/drei-modelle-von-behinderung-auszug-aus-un-info-zu-kommunikation\/\">https:\/\/simorgh.de\/disablismus\/drei-modelle-von-behinderung-auszug-aus-un-info-zu-kommunikation\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; (Korrektur 11.12.23) Sprechemanzipation A.) 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